Mehrheit möchte autonome Busse nutzen

  • Zwei Drittel halten sogenannte „People Mover“ für gute ÖPNV-Ergänzung
  • Vor allem Jüngere wünschen sich rasche Zulassung auf öffentlichen Straßen
  • Berg: „Gesetze aus dem vorigen Jahrhundert müssen angepasst werden.“

Berlin, 12. Januar 2021 - Das Bundesverkehrsministerium arbeitet an einer Gesetzesnovelle, die den bislang stark eingeschränkten Einsatz sogenannter autonomer „People Mover“ auf öffentlichen Straßen ermöglichen soll. Darunter versteht man autonome Fahrzeuge, die mit geringer Geschwindigkeit festgelegte Routen befahren. Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger begrüßt eine solche Innovation im Straßenverkehr: 6 von 10 (62 Prozent) würden gerne solche People Mover benutzen. Zwei Drittel (66 Prozent) sind überzeugt, dass diese autonomen Mini-Busse eine gute Ergänzung zu bestehenden ÖPNV-Angeboten sein könnten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.005 Personen ab 16 Jahren in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Dem autonomen Fahren gehört die Zukunft – und in bestimmten Einsatz-Szenarien können autonome Fahrzeuge bereits heute sicher und komfortabel Passagiere befördern. Wir müssen baldmöglichst die gesetzlichen Grundlagen dafür schaffen, damit solche technologischen Möglichkeiten auch in der Praxis eingesetzt werden können“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die autonome Mobilität der Zukunft braucht jetzt eine aktive und unterstützende Flankierung durch die Politik.“

Fast jeder zweite Bundesbürger (47 Prozent) sagt, dass People Mover vor allem Menschen zugutekommen könnten, die bislang nicht vom ÖPNV mit Bussen und Bahnen versorgt werden. Ebenso viele meinen sogar, dass autonome Mini-Busse bestehende Angebote ersetzen könnten. 45 Prozent wünschen sich, dass die Politik die Entwicklung und den Einsatz von People Movern fördert. Vor allem die Jüngeren wünschen sich ein höheres Tempo beim Einsatz autonomer Fahrzeuge. So sagen 52 Prozent der 16- bis 29-Jährigen, dass die Politik möglichst rasch People Mover auf öffentlichen Straßen zulassen sollte, nur 35 Prozent sprechen sich für ein Verbot autonomer Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen aus. Unter den Senioren ab 65 Jahre überwiegt dagegen die Skepsis: 39 Prozent wünschen sich eine rasche Zulassung, 47 Prozent plädieren dagegen für ein Verbot. „Mit autonomen Kleinbussen kann die Automobilnation Deutschland schon bald in das neue Mobilitätszeitalter starten – wenn die Politik die nötigen regulatorischen Leitplanken schnell und an den richtigen Stellen setzt.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.005 Personen in Deutschland ab 16 Jahren von Mitte September bis Anfang Oktober 2020 telefonisch befragt. Die Fragestellungen lauteten: „Um den ÖPNV in Innenstädten zu verbessern, plant die Politik, künftig sogenannte People Mover zuzulassen. Dabei handelt es sich um Kleinstbusse, die auf festgelegten Routen auf öffentlichen Straßen autonom, also ohne menschlichen Fahrer, fahren und meist elektrisch angetrieben werden. Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie zu?“

Nathalie Teer

Nathalie Teer

Referentin Mobility
Bitkom e.V.