Digital-Gipfel gibt Aufbruchssignal für digitalen Klimaschutz

  • Studie: Digitalisierung kann fast die Hälfte zu den deutschen Klimazielen beitragen
  • Bitkom fordert gezielte Flankierung klimaschonender Technologien durch die Politik
  • Digital-Gipfel der Bundesregierung stellt Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt

Berlin, 1. Dezember 2020 - Der Digitalverband Bitkom fordert von Politik und Wirtschaft, digitale Technologien für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz schnell und auf breiter Ebene einzusetzen. „Der Klimawandel ist eine globale Krise, die uns zum Handeln zwingt: Nicht irgendwann in der Zukunft, sondern sofort. Es existieren schon jetzt viele hocheffektive digitale Technologien, die uns auf diesem Weg massiv unterstützen können“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auf dem Digitalgipfel. „Je ambitionierter wir digitalisieren, desto nachhaltiger können wir auch wirtschaften. Jetzt brauchen wir eine gezielte und mutige Flankierung durch die Politik, um klimaschonende und emissionseinsparende Technologien zügig und in so vielen Bereichen wie möglich einzusetzen.“

Der Digitalgipfel rückt in diesem Jahr das Thema „Digital nachhaltiger Leben“ in den Mittelpunkt. Wie die Bitkom-Studie „Klimaeffekte der Digitalisierung“ ergeben hat, können digitale Technologien maßgeblich dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu senken. Bei einer konsequenten und beschleunigten Digitalisierung in der industriellen Fertigung und der Mobilität, von Gebäuden und Arbeitsplätzen kann der CO2-Ausstoß im Jahr 2030 verglichen mit 2019 um 120 Millionen Tonnen reduziert werden. Das entspricht fast der Hälfte der notwendigen Einsparungen von 262 Millionen Tonnen, die Deutschland für sein selbst gestecktes Klimaziel im Jahr 2030 erreichen muss. Die Einspareffekte der Technologien sind dabei viermal so groß wie der CO2-Fußabdruck der Digitalisierung selbst. „Der Digitalgipfel setzt das richtige Thema zur richtigen Zeit. Die Corona-Pandemie zeigt uns, wie wir unsere Widerstandsfähigkeit gegen Krisen jeder Art steigern können“, so Berg. „Was die Klimakrise angeht, so können wir mithilfe der Digitalisierung unsere CO2-Emissionen massiv herunterfahren und machen unsere Wirtschaft durch einen digitalen Effizienzschub zugleich wettbewerbsfähiger.“

Corona-Pandemie beschleunigt Digitalisierung

Mit Blick auf die Corona-Pandemie betonte Berg, diese habe die Digitalisierung in Deutschland enorm beschleunigt – aber auch sehr klar die digitalen Defizite aufgezeigt. „Die Welt und unser Leben haben sich in den vergangenen Monaten so stark digitalisiert wie sonst in einem ganzen Jahrzehnt. Wir müssen Corona als Startschuss nutzen, die Digitalisierung in allen Bereichen noch konsequenter voranzutreiben.“ Dabei gebe es jedoch Probleme, die seit zehn Jahren nicht hinreichend gelöst seien. „Das betrifft zum Beispiel die Verwaltungsdigitalisierung und weiterhin auch digitale Bildung und die Ausbildung von IT-Spezialisten“, betonte Berg. „Die Pandemie hat aber auch gezeigt: Wir sind wandlungsfähig und können Veränderungen schnell umsetzen – wenn wir nur wollen. Diesen Spirit müssen wir uns erhalten – insbesondere, wenn es um die Bewältigung des Klimawandels geht.“

Vom Digitalgipfel sind in der Vergangenheit viele  wichtige Initiativen für das digitale Deutschland hervorgegangen. Neben den ersten Smart Schools gehört dazu die Digital-Hub-Initiative zur Digitalisierung der deutschen Leitindustrien. Im vergangenen Jahr wurde auf dem Digitalgipfel in Dortmund das Projekt GAIA-X für eine europäische Cloud- und Dateninfrastruktur durch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier aus der Taufe gehoben.

Mitarbeiterfoto_Niklas Meyer-Breitkreutz

Niklas Meyer-Breitkreutz

Referent Digitalisierung & Nachhaltigkeit
Bitkom e.V.