Bitkom zur „Zukunftskommission Landwirtschaft“

Berlin, 7. September 2020 - Am heutigen Montag nimmt die „Zukunftskommission Landwirtschaft“ ihre Arbeit auf. Dazu erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Die Landwirtschaft in Deutschland und Europa steht vor einer Mammutaufgabe: Sie muss ressourcenschonender und klimafreundlicher werden, gleichzeitig hochproduktiv und effizient. Sie muss für Ernährungssicherheit sorgen, sich an die geänderten klimatischen Bedingungen anpassen und gesellschaftlich akzeptiert sein. Diese unterschiedlichen Ziele konkurrieren miteinander und können dennoch gleichzeitig erreicht werden – durch Digitalisierung. Digitale Technologien machen die Landwirtschaft nicht nur nachhaltiger und wirtschaftlicher, sondern sorgen auch für mehr Transparenz und stärken regionale Strukturen: Schließlich wollen immer mehr Verbraucher erfahren, woher ihre Lebensmittel kommen. Jetzt gilt es Tempo zu machen und die digitalen Technologien schneller in die Betriebe zu bringen. Dafür wird sich Bitkom-Geschäftsleiterin Susanne Dehmel in der Zukunftskommission Landwirtschaft einsetzen.

Neben den Landwirten werden auch Verbraucher von der Digitalisierung profitieren: Ob Webcams im Stall, Online-Plattformen zur Bestellung landwirtschaftlicher Produkte oder soziale Medien – viele Landwirte machen ihre Arbeit mithilfe digitaler Anwendungen transparent und erlebbar. Zudem sind schon heute Technologien im Einsatz, die die Landwirtschaft nachhaltiger machen: So nutzt jeder dritte Landwirt in Deutschland aktuell Sensoren, wie eine Studie von Bitkom Research im April 2020 ergeben hat. Wenn diese Sensoren exakt den Bedarf von Pflanzen ermitteln und deshalb Dünge- und Pflanzenschutzmittel punktgenau ausgebracht werden, wenn präziser und wassersparender bewässert wird, dann schont das nicht nur Umwelt und Klima, sondern spart auch Geld und Ressourcen. Weniger verbreitet in der Landwirtschaft ist noch Künstliche Intelligenz, doch auch sie bietet große Potenziale: Nur rund jeder zehnte Betrieb nutzt KI-Systeme, die etwa riesige Datenmengen, Satelliten oder Drohnenbilder auswerten können, um auf diese Weise Krankheiten bei Pflanzen frühzeitig zu erkennen. Diesen Anteil können wir noch deutlich steigern. Es kommt jetzt darauf an, die schon vorhandenen digitalen Lösungen bekannt zu machen, ihren Nutzen zu erklären, etwaige Berührungsängste abzubauen und sie auf den Höfen zu etablieren.“