Bitkom zu Gesundheits-Apps auf Rezept

Von Dienstag an können Ärzte in Deutschland ihren Patienten digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) verschreiben. Dazu erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder:

Berlin, 5. Oktober 2020 - „Gesundheits-Apps auf Rezept können das bisherige medizinische Angebot in Deutschland sehr gut ergänzen und bringen die dringend notwendige Digitalisierung des Gesundheitssystems einen großen Schritt voran. 76 Prozent der Bundesbürger ab 16 Jahren nutzen ein internetfähiges Mobiltelefon, das entspricht rund 53 Millionen Menschen. Die Gesundheits-Apps können ihnen nun niedrigschwellig und unter Wahrung des Datenschutzes dabei helfen, zum Beispiel Blutzuckerwerte zu dokumentieren, die Ernährung zu überwachen oder Maßnahmen gegen Migräne zu treffen.

Doch auch die beste App hilft niemandem, wenn Ärzte sie nicht verschreiben. Es ist deshalb wichtig, dass sich jeder Arzt mit den neuen digitalen Möglichkeiten auseinandersetzt und Politik und Krankenkassen umfassend über Nutzen, Anwendung und Verordnungsmöglichkeiten informieren. Information und Informiertheit sind die Grundvoraussetzungen dafür, dass die digitalen Gesundheitsanwendungen ihren vollen Nutzen für alle Versicherten entfalten können. Die Offenheit der Menschen in Deutschland ist groß: 59 Prozent können sich vorstellen, Apps auf Rezept zu nutzen, 40 Prozent wollen ihren Arzt sogar aktiv danach fragen, wie eine Bitkom-Umfrage im Sommer 2020 herausgefunden hat. Die Aufnahme weiterer Apps in das DiGA-Verzeichnis muss daher schnell fortgeführt werden.“

  • Drei Viertel der Smartphone-Nutzer in Deutschland verwenden bereits jetzt frei verfügbare Fitness-, Ernährungs- oder Health-Apps. Zur Studie geht es hier.