KfW-Umfrage 2008

Unternehmensfinanzierung im ITK-Mittelstand

Die KfW-Bankengruppe führt seit 2001 in Zusammenarbeit mit dem BITKOM und anderen Wirtschaftsverbänden eine umfassende Befragung zur Unternehmensfinanzierung – Finanzierungsgewohnheiten, Kreditbedingungen, Bankbeziehung – durch. Wie in den Vorjahren hat der BITKOM eine branchenspezifische Auswertung für die ITK-Wirtschaft mit besonderem Fokus auf den Mittelstand vorgenommen. Die Ergebnisse der im 1. Quartal 2008 durchgeführten Befragung zeigen keine merkliche Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen. Die Branche profitiert weiterhin vom konjunkturellen Aufschwung, während die Turbulenzen an den Finanzmärkten noch nicht zu merklichen Verschlechterungen geführt haben. Die wichtigsten Aussagen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Kreditaufnahme für den ITK-Mittelstand weiterhin entspannt. Nur 15 Prozent aller befragten ITK-Unternehmen geben an, dass die Kreditaufnahme bei ihrer Hausbank im letzten Jahr schwieriger geworden sei. 22 Prozent – so viele, wie nie zuvor – berichten hingegen, dass sich die Kreditaufnahme vereinfacht habe. Insbesondere die kleineren Mittelständler profitieren von der robusten Binnenkonjunktur im Jahr 2007. Die anhaltend positive konjunkturelle Entwicklung überlagert derzeit noch mögliche negative Auswirkungen der Turbulenzen an den Finanzmärkten.
  • Höhere Zinsen bremsen die Kreditvergabe. Banken knüpfen die Kreditvergabe zunehmend an eine sorgfältigere Dokumentation der geplanten Investition, an die genaue Offenlegung von Geschäftsdaten sowie an höhere Kreditsicherheiten. Stärker noch als diese auf Basel II zurückzuführenden Vorgaben wirken sich aber steigende Zinsen dämpfend auf die Kreditvergabe aus. Je kleiner die Unternehmen, desto größer sind außerdem die Probleme, überhaupt einen Kredit zu bekommen.
  • Beratungsqualität der Banken mehrheitlich unverändert. Die diesjährige Studie bestätigt eine weitgehend unveränderte Bewertung der Beratungsqualität der Banken. Zwar berichten nur 12 Prozent aller Unternehmen von Verbesserungen im Beratungsprozess, und nur acht Prozent haben Verschlechterungen wahrgenommen. Nach wie vor scheinen sich die Banken aber auf umsatzstärkere und vermeintich rentablere Segmente zu konzentrieren: eine verschlechterte Beratungsqualität wird ausschließlich von kleinen und kleinsten Unternehmen berichtet.
  • Anhaltende Informationsdefizite beim Thema Rating. Die Bekanntheit von Ratingnote und Ratingkriterien hat zugenommen, aber auch in diesem Jahr kennt noch immer fast die Hälfte aller Unternehmen seine Ratingnote nicht, ein Drittel kennt die Ratingkriterien der Hausbank nicht. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen haben hier einen unverändert hohen Nachholbedarf. Sie sollten sich selbst aktiv mit den Ratingkriterien befassen und das Gespräch mit der Bank einfordern. Knapp die Hälfte aller Unternehmen wünscht sich eine verbesserte Ratingkommunikation der Banken – eine detailliertere Darstellung des Ratings und das Aufzeigen von Verbesserungsmöglichkeiten.
  • Erweiterungen sind wichtigstes Investitionsmotiv. Die gute konjunkturelle Lage macht sich auch bei den Investitionen bemerkbar. Während 69 Prozent aller Unternehmen im letzten Jahr Investitionen getätigt haben, stechen große Unternehmen mit 92 Prozent noch einmal besonders heraus. 85 Prozent aller Unternehmen haben ihre Investitionen konstant gehalten oder sogar gesteigert. Häufigstes Investitionsmotiv sind Erweiterungsinvestitionen, es folgen Investitionen in Forschung und Entwicklung.
  • Hohe F&E-Quote in der deutschen ITK-Wirtschaft. Drei Viertel der Unternehmen geben an, eigene Forschung und Entwicklung zu betreiben. Die Unternehmen der ITK-Branche sind damit innovativer als die deutsche Wirtschaft insgesamt. Sie investieren rund 19 Prozent des Umsatzes in die Entwicklung von Innovationen. Insbesondere die Klein- und Kleinstunternehmen investieren – wenn in der Forschung aktiv – überdurchschnittlich viel ihres Umsatzes in F&E.
  • Eigenkapitalquote auf hohem Niveau stabil. Mehr als 40 Prozent der Unternehmen berichtet von einer Zunahme der Eigenkapitalquote. Diese liegt jetzt bei guten 36 Prozent. Vor allem mittelständische Unternehmen streben eine weitere Erhöhung der Eigenkapitalquote an. Wichtigste Finanzierungsquelle ist dabei die verstärkte Einbehaltung von Gewinnen. Alternative Finanzierungsinstrumente wie Mezzaninkapital gewinnen aber wieder an Bedeutung. 85 Prozent aller Unternehmen halten ihre Eigenkapitalquote hingegen für angemessen.

Der vollständige Bericht der Befragung 2008 steht im Downloadbereich rechts als PDF-Dokument zur Verfügung.

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